Lou Toschner (* 23. September 1949 in Wien) ist ein österreichisch-

südafrikanischer Abenteurer, Journalist, freiberuflicher Photograph, Filmemacher (Dokumentarfilme), Geschichtenerzähler und Autor.


Er begann bereits mit zwölf Jahren mit experimenteller Schwarz-Weiß-

Photographie. Ab seinem sechzehnten Lebensjahr perfektionierte er auf ausgedehnten Reisen per Autostopp durch große Teile Europas seine eigene photographische Sichtweise in Portrait und Landschaft. Seine Schulferien nutzte er für längere Aufenthalte im marokkanischen Atlasgebirge und in der algerischen Sahara.


Nach Abschluss einer von seinen Eltern erwünschten kaufmännischen Ausbildung in der ehemaligen Handelsschule Neumann sowie der Handelsakademie I Karlsplatz, beide in Wien, und obligatem Militärdienst, wählte er bald Afrika für längere Zeit als sein Zuhause. Er emigrierte Ende 1974 nach Südafrika auf einem der letzten regelmäßig verkehrenden Postschiffen zum Kap der Guten Hoffnung.


REISELEITER IM SÜDLICHEN AFRIKA (1975 - 1977)

Nach einer ausführlichen Einschulung bei Economical Tours, Direktion H. Egger, einem österreichisch-stämmigen Reiseveranstalter in Johannesburg, arbeitete Lou Toschner von Anfang 1975 bis Anfang 1977 in allen Ländern des südlichen Afrikas als Reiseleiter für individuell zusammengestellte Gruppen. Besonders prägend und berührend war in der noch herrschenden Apartheid ein Besuch mit österreichischen Richtern und Rechtsanwälten bei dem damals noch auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftierten Nelson Mandela.


VERÖFFENTLICHUNGEN FILM- UND PHOTOPR0JEKTE (1975 - 1979)

Von Anfang 1975 bis Ende 1979 veröffentlichte Lou Toschner im monatlich erscheinenden Magazin "Austria Spiegel", Österreichischer Club Johannesburg" eine monatliche Serie über Film und Photographie.


"ELECTRONIC REPRODUCTION CENTRE - Layout - Design - Photography - Typesetting and Colour-Reproduction", Johannesburg (1976 - 1991)

In kongenialer Partnerschaft mit dem damaligen Geschäftsführer Heinz Tensfeld, veröffentlichte Lou ab 1976 regelmäßig Photo-, Film- und vereinzelt Tonmaterial im südlichen Afrika.   


PRÄSENTATION DES PINZGAUERS in Südafrika, Lesotho und Botswana (1977)

In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Handelsdelegierten für das Südliche Afrika, Dr. Lothar Puxkandl, und "Steyr-Daimler-Puch", erhielt Lou Toschner im Vorfeld zur Johannesburger "Rand Easter Show" im März 1977 den Auftrag zur Präsentation des neuen sechsradbetriebenen "Pinzgauers" vor dem Österreich-Pavillon.


"TOTAL SOUTH AFRICA TRANSKALAHARI ROAD RACE 1977"

Im folgenden Mai nahm Lou mit dem Pinzgauer und Mitgliedern des "Four Wheel Drive Club of Southern Africa" an einer dreiwöchigen Vorbereitung zur "ROAD RACE" in Botswana teil. Beim eigentlichen Rennen konnte er gemeinsam mit einem Team der "South African Broadcasting Corporation, SABC", dem süd-afrikanischen Fernsehen, das 500 km-Rennen aufgrund seiner Streckenkenntnis und der Hilfe eines Buschmann-Fährtenlesers an spektakulären Stellen vom offenen Pinzgauer filmen. Die Ausstrahlung des Rennens erfolgte von der SABC aufgrund des unwegsamen Geländes zwei Tage zeitversetzt.


PINZGAUER-VORSTELLUNG FÜR BOTSWANA (1977)

Im Anschluss an das Rennen stellte Lou Toschner den Pinzgauer in der

Hauptstadt Botswanas, Gaborone, dem damals jüngsten General der Welt, Ian Khama, vor. Über zwei Wochen testete der Sohn des damaligen Staatspräsidenten von Botswana, Sir Seretse Khama, den Steyr-Puch-Pinzgauer mit Lou Toschner in der näheren Umgebung Gaborones. Bei dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft mit dem fast gleichaltrigen General. 2008 wurde Ian Khama Nachfolger seines verstorbenen Vaters und Staatsoberhaupt

von Botswana. Bei einem Besuch 2014 entstand die Idee zu einem ausführlichen Prachtband über die Schönheiten Botswanas. Geplante Verwirklichung: Anfang

bis Mitte 2018.


RADIOAUFNAHMEN IM VENDALAND (1977)

Ende 1977 kam es im unwegsamen Vendaland zwischen Simbabwe, dem früheren Rhodesien, Mosambik und Südafrika zu einer Zusammenarbeit mit Justus Tshungu, dem gemäßigten Opponenten der Apartheid und damals prominenten Radiosprecher von Radio Bantu, dem späteren Pressesprecher des Rundfunks für Sotho und Nguni und jetzigem Pfarrer im "African International Ministries (AIM)".


AUDIENZ BEI DER REGENKÖNIGIN - TANZ DER JUNGFRAUEN (1977)

Bei einer seltenen Audienz der Regenkönigin und beim anschließenden Initiationstanz der Jungfrauen bei Vollmond, entstanden seltene Aufnahmen, die über Radio Bantu ausgestrahlt wurden.


REDAKTIONELLE ARBEITEN (1978 - 1979)

Ab Mitte 1978 publizierte Lou Toschner zusätzlich Reiseberichte und

Photomaterial im monatlich erscheinenden "Schwaben Kurier" (Auflage 25.000) für Schwaben International Südafrika.


"ÜBER DAS LEBEN UND WIRKEN DER DEUTSCHSPRACHIGEN GEMEINSCHAFT IM SÜDLICHEN AFRIKA" (1978 - 1980)

Auf Empfehlung von Heinz Tensfeld, wurde Lou Toschner 1978 verantwortlicher Redakteur und 1979 Chefredakteur des "Verlagshauses Rolf Schmidt". Für 1979 und 1980 erschienen zwei Bücher "Über das Leben und Wirken der deutschsprachigen Gemeinschaft im südlichen Afrika". Dazu recherchierte Lou Toschner mehrere Monate in Südafrika, Namibia (dem ehemaligen Südwestafrika), Lesotho, Swasiland, Simbabwe (dem früheren Rhodesien) und in Botswana.


PHOTOAUFTRAG FORMEL 1 IN KYALAMI NAHE JOHANNESBURG (1979)

Im Auftrag von Schwaben International machte Lou Toschner Aufnahmen im Fahrerlager, während der Startvorbereitungen und bei der Siegerehrung (Erster war damals Gilles Villeneuve).


AUSLANDSKORRESPONDENT DER SALZBURGER NACHRICHTEN (1979)

Über Vermittlung durch Dr. Werner Filek-Wittinghausen und Dr. Jörg Schneider der Österreichischen Handelsdelegation, wurde Lou Toschner 1979 diese Position angeboten. Allerdings musste er auf Grund seiner vielseitigen Tätigkeiten und der in Vorbereitung befindlichen Expedition durch Afrika mit seiner künftigen Frau, dieses Angebot schweren Herzens ablehnen. Auch die Funktionen beim "Schwaben Kurier" und als Chefredakteur bei Rolf Schmidt Pty. Ltd. wurden aus diesen Gründen Ende 1979 beendet.


EXPEDITION VON BOTSWANA NACH EUROPA (1980 - 1981)

Nach einer achtmonatigen Vorbereitungsphase startete Lou Toschner mit seiner zukünftigen Frau Sabine im Juni 1980 zu einer einjährigen Expeditionsreise

von Botswana durch den afrikanischen Kontinent bis Wien. Die Expedition mit

vollgepackten Land Rover wurde vom "Electronic Reproduction Centre", insbesondere dem damaligen Geschäftsführer Heinz Tensfeld, den Behörden in Botswana, der Österreichischen Wirtschaftskammer, in Ausübung der Handelsdelegationen entlang der Route und von "Steyr Nigeria Limited, Bauchi", großzügig unterstützt.


EXPEDITIONS- UND LOGBERICHTE


Logbucheintrag vom 14. Juni 1980: "Abfahrt von Gaborone, 11 Uhr  bei Kilometerstand 13.030."


Von BOTSWANA's Hauptstadt, Gaborone ausgehend, wurde die Heimat der Buschmänner (Khoisan) in der Halbwüste der Kalahari und in den Makgadikgadi-Salzpfannen bis zum Okavango-Delta (dem größten Binnendelta der Welt) durchquert. Es folgten in SIMBABWE die Stadt Bulawayo mit der uralten Ausgrabungsstätte Groß-Simbabwe, die Hauptstadt Harare, die an der Grenze zu Sambia liegenden mächtigen Victoria-Wasserfälle und die Kariba-Talsperre des Sambesi.


Durch dichtes Buschland in SAMBIA zur Hauptstadt Lusaka fahrend, wurde im benachbarten MALAWI mit dem gleichnamigen See das südliche Ende des Großen Afrikanischen Grabenbruchs erreicht. Von Lilongwe und Blantyre ausgehend, wurden die gebirgigen Grenzgebiete Zomba-Plateau und Mulanje-Massiv auf beiden Seiten von Malawi und MOSAMBIK tagelang mit Rucksäcken und einheimischen Führern erkundet. Weiterfahrt entlang des mehr als 580 km langen Malawisees mit längeren Badeaufenthalten in idyllischen Fischerdörfern mit sehr freundlicher Bevölkerung.


In TANSANIA wurde in der Hauptstadt Daressalaam der Indische Ozean erreicht. Mit klapprigem Kleinflugzeug gelang der kurze Flug auf die ehemalige Sklaveninsel SANSIBAR, die eine Woche lang zu Fuß erkundet wurde. In dieser Zeit konnte der Land Rover aufgrund der extrem unsicheren Situation in der Hauptstadt Daressalaam in der österreichischen Botschaft untergebracht werden. Zurück auf dem tansanischen Festland folgte die Weiterfahrt nach Arusha, dem Ausgangspunkt für Besteigungen auf den Kilimandscharo.


Logbucheintrag vom 4. September 1980: "Nach Moshi halten wir eine halbe Stunde angesichts des schneebedeckten Kilimandscharo an."


Ohne entsprechendem Training war eine Tour bis zur Höhe der Baumgrenze auf 2.500 m für beide Abenteurer zufriedenstellend. Auf der Weiterfahrt folgten die berühmten Nationalparks von Ostafrika, der Lake-Manyara-Nationalpark, der  Ngorongoro-Krater und die berühmte Serengeti.


Logbucheintrag vom 5. September 1980: "Wir fahren auf einer katastrophalen Geröllpiste. Die Straße wird so schlecht, wie wir es bis dahin noch nicht erlebt haben. Das führt nach 19 km zu unserer ersten Reifenpanne. Bei aufgebocktem Wagen tauchen plötzlich, wie aus dem Nichts, sechs mit Speeren bewaffnete Massai auf, die sich bald aus unserer Werkzeugkiste bedienen und die Außenspiegel abzumontieren beginnen. Mit den größten Schraubenschlüsseln können wir fuchtelnd die Massai-Krieger verjagen."


Im Grenzgebiet zwischen Tansania und Kenia folgte die berühmte Serengeti und über der Grenze, in KENIA, der Masai Mara Nationalpark mit einer atemberauben-

den Heißluftballonfahrt über der Serengeti und dem Masai Mara. Nach einigen Tagen in Nairobi, Weiterfahrt zum Amboseli-Nationalpark an der Nordseite des Kilimandscharo und zu den beliebten Badeorten am Indischen Ozean: Malindi, Mombasa und auf Lamu. Dreiwöchiger Aufenthalt an der Küste zur Regeneration und zum gemeinsamen Segeln mit Fischern in deren Felukenbooten. Nach Norden, vorbei an Nairobi, ging es weiter zum nebelig trüben Mount Kenia und in den östlichen Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs. In einem Bogen wurden die Buffalo-Springs- und Samburu-Nationalreservate, sowie der allmählich versandende Turkana-See (Rudolfsee) besucht. Wieder südwärts folgte das 3.000 bis 4.000 m hohe Bergmassiv des Aberdare-und Nyndarua-Nationalparks an der Grenze zu UGANDA. Weiters folgten die besonders beeindruckenden alkalischen Baringo- und Bogoria-Seen mit ihren heißen Quellen und Geysiren, von hunderttausenden Flamingos umkreist.


Die lebensgefährliche Überquerung des mehr als 300 km langen Viktoriasees, einem Zufluss des Nils, erfolgte bei Kampala im Norden von Uganda, zurück nach Tansania bis Mwanza im Süden, auf einem offenen Fährschiff ohne feste Seitenplanken.


Im westlichen Randgebiet Ostafrikas folgten die Kleinstaaten BURUNDI mit der Hauptstadt Bujumbura und weiter nördlich das pittoreske RUANDA mit der Hauptstadt Kigali.


Durch terrassenförmige Maniokpflanzungen mit freundlicher Landbevölkerung, folgten in den Randgebieten zu Kongo und Uganda die dicht bewachsenen Virunga-Vulkane. Von dort aus begann die Weiterfahrt zur damals noch relativ kleinen Forschungsstation Karisoke der amerikanischen Primatologin Dr. Dian Fossey, der späteren Autorin von "Gorillas im Nebel".


Logbucheinträge vom 22. und 23. November 1980: "Bei km 26.665 werden wir  von der Leiterin der Station,

Dr. Dian Fossey, und einer englischen Zoologin begrüßt und über das "Mountain Gorilla Project" informiert. Früh am nächsten Morgen marschieren wir mit einem Mitarbeiter der Station in zwei Stunden zu einem Bambuswald an der Parkgrenze. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir das Gorillalager der letzten Nacht und nach weiteren 20 Minuten die fressende Gorillagruppe auf einer 5 bis 20 Meter großen Lichtung. Wir kauern 65 Minuten, um vor allem das Oberhaupt der Gruppe ("Silberrücken") nicht zu reizen."



Mit Einreise in ZAIRE (heute DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO) und beginnender Regenzeit, wurden die Pisten nahezu unbefahrbar. Für Wochen lag der tägliche Schnitt oft bei nur 10 km im dampfenden Urwald!


Logbucheintrag vom 27. November 1980: "Bei km 27.078 haben wir den ersten Federbruch. Die hintere Blattfeder und der Tragebolzen sind gebrochen. Es ist 14.30 Uhr und bis zur einbrechenden Dunkelheit (um 18 Uhr) reparieren wir erfolglos herum. Um 19.05 Uhr fahren wir bis zum Morgengrauen kriechend zur 27 km zurückliegenden Missionsstation. Am 1. Dezember 1980 ist unser Vehikel wieder einsatzfähig."


Von Isiro, nahe der Grenze zum Sudan und in die Zentralafrikanische Republik, Teilnahme an einer mehrtägigen Fußwanderung mit zwei amerikanischen Ethnologinnen zu einem Pygmäenstamm.


Logbucheintrag vom 8. Dezember 1980: "Schon seit einiger Zeit zählen wir die Schlammlöcher mit mehr als einem Meter Tiefe und meist mehreren Autolängen. In einem dieser Schlammlöcher werden die Schutzbleche der drei Wassertanks abgerissen. Beim versuchten Herausziehen des Land Rovers mit unserer Seilwinde wird der rechte Stoßdämpfer abgerissen und die linke Tür läßt sich nicht mehr schließen."


Logbucheintrag vom 15. Dezember 1980: "Wir stecken schon seit einigen Stunden im strömenden Regen in Schlammloch Nr. 40. Zum wiederholten Male dringen Wasser und Schlamm in den Fußraum ein. Endlich frei-

geschaufelt, erreichen wir in Nyankunde das belgische Centre Frère Evangelique du Zaire, ein Krankenhaus, das

auch als Lepraklinik fungiert. Die Ärzte schaffen es in vier Tagen, einen schmerzhaften Hautausschlag einzudämmen."


Besuch im Okapi-Wildtierreservat Station d'epulu, dem späteren UNESCO Weltnaturerbe, im Dreiländereck Sudan, Uganda und Zaire.


Um den schlammdurchfurchten Pisten auszuweichen, wurde die Verschiffung von Land Rover und Besatzung zu einem achttägigen Flusstransport auf dem Kongo-Fluss von Kisangani zur Hauptstadt Kinshasa gewählt.


Logbucheintrag vom 2. Jänner 1981: "Schwerer Malaria-Anfall in Kinshasa. Eine junge französische Ärztin hilft."


Stark abgemagert und geschwächt ging drei Wochen später die Weiterfahrt über die Kongo-Flussbrücke in die REPUBLIK KONGO, Brazzaville.


Im Regenwald von GABUN folgte ein Besuch des Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné am Ogooué-Fluss. Weiterfahrt in die geordnete Hauptstadt Libreville und zum Cap Esterias am Atlantischen Ozean zur kurzen Erholung.


Logbucheintrag vom 26. Jänner 1981: "Zwischen Lambaréné und Libreville überqueren wir bei Kango zum 5. und letzten Mal den Äquator auf unserer Expedition."


Vom Grenzübertritt nach KAMERUN folgte im Landesinneren die Hauptstadt Yaoundé und danach die feuchtheiße Hafenstadt Douala. Im Nordosten ausführliche Besichtigung des Handwerkzentrums Bali, gegründet vom Schweizer Hans Knöpfli ("Stiftung Grasland Kamerun"). Endlich den feuchten Tropenwald im Rücken, wird im Norden von Kamerun und am Tschadsee die Sahelzone erreicht.


Grenzübertritt nach NIGERIA bei Garoua bzw. Gombe. In der Kleinstadt Bauchi dreiwöchiger Besuch bei der gastfreundlichen österreichischen Geschäftsführung von "Steyr Nigeria Limited", Evelyn und Georg Eder, mit kompletter Gratisüberholung des Land Rovers in deren Werkstätten. Einladung des nigerianischen Personalmanagers auf ein Häuptlingsfest der Tuaregs unweit von Kano.


Logbucheintrag vom 24. März 1981: "Vier Tage nach dem Häuptlingsfest ein zweiter, etwas schwächerer Malaria-Anfall. Überlegung, die Reise abzubrechen."


Nach dem Übertritt bei Katsina in den NIGER bestachen saubere Lehmbauten auf Stelzen. Allmählich beginnende Wüste. Die dreimonatige Durchquerung der Sahara dominierte auf weiteres den Rhythmus der Expedition. Verwehungen machten es oft schwer, den sporadischen Hinweisen zu folgen. Mit Abständen von oft mehreren Tagen, wurden die großen Oasen Maradi und Agadez, sowie die sehr beschwerliche "Wüste aller Wüsten", die Ténéré, durchquert.


Auf den Grenzübergang zu ALGERIEN, folgte nach In Guezzam die große Tuareg-oase Tamanrasset am Rande des Hoggargebirges. Ein weiterer Höhepunkt der Durchquerung der Sahara war die nächtliche Besteigung des 2.180 m hohen Assekrem, dem "Ende der Welt" (nach den Tuaregs) zur Eremitage des Père Foucault. Der Anblick der aufsteigenden Sonne über der Sahara, war Labsal für die Beiden nach vielen Entbehrungen der letzten Monate.


Logbucheintrag bei km 36.999: "Auf der Fahrt zurück vom Assekrem bricht nach 53 km Rüttelpiste das Hauptblatt und der vordere Bolzen der hinteren Blattfeder rechts. Federbruch Nr. 3! Zur gleichen Zeit entzündet sich bei Sabine durch Fliegenlarven ein Auge."


Nach der Rundfahrt durch das Hoggargebirge führte der Weg von Tamanrasset durch die zentrale Sahara in die große Oase In Salah. Weiter in Richtung Norden bestach vor allem El Golea mit tausenden Palmen und einem artesischen Brunnen. Auch in Beni Isguen und Ghardaia konnten die Wassertanks ein letztes Mal in der Sahara gefüllt werden. Noch lange vor Djelfa wich die große Wüste allmählich zurück. Nur Atlasgebirge und Mittelmeer trennten noch die Abenteurer vom nahen Europa.


Logbucheintrag: "Kurz vor Ankunft in Algier sind wir 25.000 km seit Abfahrt von Gaborone, Botswana, unterwegs!

Bis nach Wien haben wir noch weitere 2.000 km vor uns. Die ärgsten Strapazen liegen hinter uns."



Die PHOTOGRAPHISCHE UND FILMISCHE AUSBEUTE war nach der einjährigen Afrika-Durchquerung enorm. Dank der einzelnen Handelsdelegationen en route wurde der Großteil des Positivmaterials und der Filmrollen schon während der Reise per Kurierboten von den einzelnen Handelsdelegationen zu Heinz Tensfeld nach Johannesburg weitergeleitet. Neben acht je 50 Minuten dauernden 16-Millimeter-Filmen zu einzelnen Höhepunkten der Reise, entstanden Photo- und Tonreportagen, die über die folgenden Monate, teils im staatlichen südafrikanischen Fernsehen und Radio (SABC) ausgestrahlt bzw. als Photomaterial verwertet wurden.


Vom österreichischen Fernsehen (ORF) wurde eine einstündige Reportage mit Filmausschnitten und ausführlichem Interview durch die Fernsehmoderatorin Vera Russwurm samt Expeditionsfahrzeug im ehemaligen Afrikamuseum Bad Deutsch Altenburg, Niederösterreich, aufgezeichnet und am 12. September 1982 ausgestrahlt.



MITTEL- UND NORDAMERIKA (1983, 1991, 1992, 1995)

Erst für Sommer 1983 plante Lou Toschner eine ausgedehnte Phototour nach New York, Florida und Mittelamerika. Allerdings erlitt er bei den Maya-

Ausgrabungsstätten Chichén Itzá in Yucatán, MEXIKO, einen weiteren Malaria-Anfall. Dies bedeutete für ihn, zukünftig Reisen in tropische Gebiete zu vermeiden und bis auf weiteres nur noch Photoaufträge innerhalb Europas zu erledigen. Ab 1985 konnte er, mittlerweile vollends genesen, wieder Aufträge in anderen Ländern annehmen. In den Jahren 1991 bis 1995 folgten Phototouren und Auftragsarbeiten in Colorado (in den Rocky Mountains), auf den Hawaii-Inseln Oahu, Maui und der Hauptinsel Hawaii, sowie in San Francisco und im Silicon Valley.


EUROPA (ab Mitte 1981) und weiterhin SÜDAFRIKA

Seit Rückkehr nach Europa beschäftigte sich Lou Toschner hauptsächlich mit Landschafts-, Städte- und Architekturphotographie in Europa und im südlichen Afrika, sowie mit Portraits indigener Volksgruppen und Charakteren.

Sein besonderes Anliegen ist das in Kürze erscheinende Buch über

"WIEN DIE SCHÖNSTE STADT DER WELT".


Lou Toschner hat in seinem bisherigen 55-Jährigen photographischen Schaffen in 65 Ländern auf vier Kontinenten die vielseitigen Schönheiten unserer Erde, seiner Tiere, Menschen und Bauwerke meisterhaft festgehalten.


Ein umfangreiches PORTFOLIO präsentieren wir als Verleger von

Lou Toschner auf unserer Homepage.














































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Lou Toschner

2016